Einleitung

Nach einem Unternehmenskauf sollte der Versicherungsschutz zeitnah geprüft und angepasst werden. Bestehende Policen decken den neuen Eigentümer möglicherweise nicht vollständig ab, zugleich entstehen mitunter neue Risiken. Dieser Artikel gibt einen Überblick über häufig relevante Versicherungen für neue Unternehmenseigentümer.


1. Pflicht- und Kernversicherungen

VersicherungPflicht?Typische Kosten p.a.Schutzbereich
BetriebshaftpflichtHäufig sehr wichtig500–5.000 €Personen- und Sachschäden durch Betriebstätigkeit
Berufshaftpflicht (bei Beratung, IT etc.)Häufig sehr wichtig1.000–10.000 €Vermögensschäden durch Beratungsfehler [1]
Berufsgenossenschaft / AUVA / SuvaPflichtUmlage nach GefahrentarifArbeitsunfälle und Berufskrankheiten
Betriebliche GebäudeversicherungBei Eigentum: ja500–5.000 €Brand, Sturm, Wasser, Elementar

Die Werte in dieser Tabelle basieren auf Branchenschätzungen, Praxiserfahrungswerten und marktüblichen Angaben.


2. Empfohlene Zusatzversicherungen

VersicherungKosten p.a.Wann sinnvoll
D&O-Versicherung500–5.000 €Oft sinnvoll als GF einer GmbH
Betriebsunterbrechung500–3.000 €Bei hohen Fixkosten
Cyber-Versicherung1.000–10.000 €Bei digitalen Geschäftsmodellen
Schlüsselperson-Versicherung500–3.000 €Bei hoher Personenabhängigkeit
Rechtsschutzversicherung500–2.000 €Je nach Risikoprofil häufig sinnvoll
W&I-Versicherung1–3 % der DeckungssummeBei größeren Transaktionen (> 5 Mio. €)
Transportversicherung300–2.000 €Bei Warenversand
Maschinenbruchversicherung500–5.000 €Bei teuren Produktionsanlagen

Die Werte in dieser Tabelle basieren auf Branchenschätzungen, Praxiserfahrungswerten und marktüblichen Angaben.


3. Rechenbeispiel: Versicherungskosten nach Unternehmenskauf

KMU mit 15 Mitarbeitern, Umsatz 2 Mio. €, Produktion + Vertrieb

VersicherungKosten p.a.
Betriebshaftpflicht2.500 €
D&O-Versicherung1.500 €
Betriebsunterbrechung1.800 €
Gebäudeversicherung2.000 €
Cyber-Versicherung2.500 €
Maschinenbruch1.500 €
Rechtsschutz1.200 €
Gesamtkosten13.000 € p.a.
In % des Umsatzes0,65 %

4. Checkliste: Versicherungen nach Unternehmenskauf

  • [ ] Bestehende Policen auf neuen Eigentümer umschreiben
  • [ ] Deckungssummen auf Aktualität prüfen
  • [ ] D&O-Versicherung für Geschäftsführer abschließen
  • [ ] Betriebsunterbrechungsversicherung prüfen
  • [ ] Cyber-Risiken bewerten und ggf. versichern
  • [ ] Schlüsselpersonen identifizieren und ggf. versichern
  • [ ] Altpolicen kündigen (Überschneidungen vermeiden)
  • [ ] Versicherungsmakler beauftragen (branchenspezifisch)

Zusammenfassung und Einordnung

1. Versicherungsschutz sollte möglichst ab Tag 1 geklärt sein. Lücken zwischen Closing und angepasster Police können wirtschaftlich problematisch werden.

2. Eine D&O-Versicherung kann für GmbH-Geschäftsführer häufig sinnvoll sein. Der konkrete Bedarf hängt von Rolle, Haftungsrisiko und bestehendem Schutz ab.

3. Bestandspolicen sollten zeitnah geprüft werden. Eigentümerwechsel oder neue Risikoprofile können Anpassungen erforderlich machen.

4. Ein spezialisierter Versicherungsmakler kann hilfreich sein. Ob er Mehrwert stiftet, hängt von Branche, Schadensbild und Komplexität des Betriebs ab.

5. Gesamtkosten im Bereich von 0,5–1,5 % des Umsatzes können eine grobe Orientierung sein. Die tatsächlichen Prämien hängen stark vom Risikoprofil ab.

Quellen

  1. Gesetze im Internet – Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) (2026-01-01)

Schlagwörter zu diesem Artikel

Transparenz-Hinweis: Die in diesem Artikel genannten Zahlen und Werte basieren auf plausiblen Branchenschätzungen, Praxiserfahrungswerten, marktüblichen Angaben und Kalkulationsbeispielen. Es wurden keine erfundenen Studienzitate oder Quellen verwendet. Der Artikel wurde mit Hilfe von KI-Unterstützung erstellt und durch die zuständige Fachredaktion von consultingrechner.de geprüft, überarbeitet und redaktionell freigegeben.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Finanz-, Rechts-, Steuer-, Anlage- oder Transaktionsberatung dar. Die genannten Beispiele, Bewertungsmethoden, Schwellenwerte und Einschätzungen sind vereinfachte Orientierungswerte. Sie können eine einzelfallbezogene Prüfung durch qualifizierte Fachberater nicht ersetzen. Ob eine konkrete Entscheidung wirtschaftlich, rechtlich, steuerlich oder strategisch sinnvoll ist, hängt von den jeweiligen Umständen des Einzelfalls ab.